VERSTÄNDLICHKEIT

Fahren Sie nicht zweigleisig.

Textverständlichkeit steht bei Unternehmen hoch im Kurs. Das ist nicht zufällig so: Verbraucher sind nicht mehr gewillt, unverständliche Texte hinzunehmen.

Die Zahlen aus einer von einem Versicherer beauftragten Studie sind bekannt. Demnach ärgern sich 74% der Befragten über unverständliche Passagen in ihren Verträgen. Fast noch schlimmer: 53% glauben, dass Informationen absichtlich unverständlich formuliert sind.

Unverständlichkeit kostet Vertrauen und wird damit zum Verkaufskiller. Seit der ERGO „Klartext“-Initiative gibt es einen „Run“ auf Software zur Optimierung von Textverständlichkeit. Was man aber beachten muss: Verständlichkeit hat direkten Einfluss auf die Tonalität. Je einfacher und verständlicher Texte werden, umso neutraler werden sie auch.

Wer versucht, mit einer Software wie TextLab möglichst hohe Verständlichkeitswerte zu erzielen, wird feststellen, dass er damit gleichzeitig den Sprachstil stark verändert. Sehr verständliche Texte haben eine große Nähe zur barrierefreien einfachen Sprache. Sie liefern dem Leser die Informationen schrittweise und in kleinen Häppchen. Für Marken, die einen elaborierten Sprachstil pflegen oder viele Bilder verwenden, wäre das unpassend.

Deshalb darf Verständlichkeit zu einem Nebengleis der Corporate Language werden. Beides muss zusammenspielen. Es ist also nicht damit getan, nur auf einen Knopf zu drücken und den Optimierungsvorschlägen zu folgen, die eine Software vorgibt.

Zurück